On the road again

Ja man!!! Eva ist wieder unterwegs!
Gestern um 15:45 hab ich mich wieder in den Bus gesetzt und habe Nürnberg erneut hinter mir gelassen, diesmal - hoffentlich - für längere Zeit als das letze Mal
In Frankfurt ist dann alles reibungslos verlaufen, bin wie letztes mal bei Tina, der Cousine meiner Mutter untergekommen, am nächsten Tag dann los zum Bus. Der erste Bus nach Frankfurt Hahn war schon voll, aber es ist ja zum Glück noch ein zweiter gleichzeitig losgefahren, weil es einfach zu viele Leute für einen Bus waren.

Am Flughafen ging dann auch alles wie am Schnürchen, bei der Landung hat Irland mich mit wunderschönen, nebelverhangenen Hügeln Willkommen geheißen.
Beim Aussteigen war jedoch von dem Nebel nicht mehr viel zu sehen, es war strahlender Sonnenschein und ich war überglücklich, wieder irische Luft zu atmen
Es hat ein wenig gedauert, bis Eleanor (mein Host für den nächsten Monat) und ich uns gefunden haben, aber nach einem kurzen Anruf hat auch das geklappt.
Ich arbeite bei der überaus freundlichen Frau mit zwei weiteren Mädels, eine Deutsche in meinem Alter (Anna) und eine Neuseeländerin, die etwas älter ist als wir (Monika). Desweiteren sind noch einige ihrer - erwachsenen - Kinder im Haus plus ein Enkelkind, langweilig wird es hier also wahrscheinlich nicht.
Im Moment stehen hier um die 10 Pferde, die es den Erzählungen nach faustdick hinter den Ohren haben. Ängstlich oder nervös bin ich aber eigentlich gar nicht, im Gegenteil, ich freue mich auf die Herausorderung!
Heute war dann nicht mehr viel los, habe mich mit den anderen zwei Mädels ganz nett unterhalten, zu Abend gegessen und lasse den Abend jetzt gemütlich im beheizten Bett ausklingen.
(Ja, das Bett ist tatsächlich beheizt!! Luxus :D)
Bin schon wahnsinnig gespannt auf morgen und allgemein, wie meine Zeit hier so wird

Haltet die Ohren steif, ich melde mich wieder wenns was interessantes zu berichten gibt!

3.2.15 20:44, kommentieren

Sendepause...

Da ich über Weihnachten nach Hause geflogen bin, gibts erst wieder was von mir zu hören, wenn ich weiter reise

22.12.14 16:11, kommentieren

Ab in den Sueden!

Soo.... Nach längerer Sendepause (kein Internet) melde ich mich jetzt mal wieder mit einem kleinen Überblick über die letzten zwei Wochen.

Am 1. Dezember hat mich mein Weg in den hohen Norden geführt, nach Letterkenny um genau zu sein.
In Letterkenny wurde ich von meinem Host für die nächsten paar Wochen abgeholt, Madeleine. Auf dem Weg zu ihrem Haus haben wir uns ein wenig über Pferde, Natural Horsemanship und Parelli unterhalten, schon allein auf der Fahrt habe ich einige neue Dinge gelernt.

Als wir auf den kleinen Weg eingebogen sind, der zu ihrem Haus führt, ist mir erstmal aufgefallen: Wow.... Hier ist ja wirklich.... nichts.
Vereinzelte Häuser, die sich in die nebligen Hügel Donegals schmiegen und von der Straße kaum sichtbar sind, dichte Nadelwälder, die fast schon an Kanada erinnern und natürlich Schafe überall. Ich habe mich sofort wohl gefühlt.
Nach dem lebendigen Nachtleben Galways ist die absolute Einöde zwar eine ziemliche Umstellung, aber keineswegs eine negative.
Sobald der Motor ausgeschaltet ist, kommen von überall her Katzen gelaufen. Und zwar wirklich von überall. Neun. Neun verdammte Katzen. Sieben davon schwarz, zwei getigerte. Zum Glück bin ich kein Allergiker..
Allerdings handelt es sich bei den Katzen keineswegs um verwöhnte Stubentiger, im Gegenteil. Sie leben außerhalb des Hauses, jagen sich ihr eigenes Futter und meine zerkratzten Hände sind ein Beweis dafür, dass sie es nicht gerade mögen, aus dem Haus geworfen zu werden sollten sie sich reingeschlichen haben.
Im Haus wurden wir dann von drei jungen Katzen begrüßt, die noch ihre Zeit vor dem Kaminfeuer mit regelmäßigem Essen und Milch genießen dürfen. Eine graue, eine grau-weiße und eine schwarz-weiße Katze, eine frecher als die andere, aber jede einzelner liebenswert auf ihre Weise.
Während meines Aufenthaltes sind sie immer zutraulicher geworden, haben auf meiner Schulter geschlafen und mir ins Ohr geschnurrt während ich vor dem Kaminfeuer Artikel über Parelli gelesen habe.

Mein Zimmer war gemütlich, mit eigenem Badezimmer und einem riesigen, quietschenden Bett.
"Wenn das Feuer an ist, müsstest du sogar warmes Wasser haben"
Ups. Naja, meistens war es wirklich so ^^
Überhaupt musste ich mich erstmal von den Annehmlichkeiten der Zivilisation verabschieden. Leitungswasser? Gelblich und nicht trinkbar. Warmes Wasser? Nur wenn das Feuer an ist. Heizung? Nur wenn das Feuer an ist. Feuer? Erstmal Kohle holen. Feuer an heißt das Haus ist direkt warm? Vergiss es.
Aber es war wunderschön und hat mich eigentlich nicht wirklich gestört. Frei nach dem Motto: Wenn schon Einöde, dann aber richtig.

Jetzt aber zum wichtigsten: Die Pferde.
Vier an der Zahl. Ein Dreijähriges Palomino Pony namens Dana, ein wenig schreckhaft und unsicher, wollte aber immer Alpha spielen.
Die zweijährige Rapp-Ponystute Epona. Immer frech, versucht immer ein Stück Ärmel zwischen die Zähne zu kriegen. Sie ist eine Waise, was dazu geführt hat, dass sie nie das fohlentypische Saugen aufgehört hat, was durchaus putzig aussieht, wenn sie versucht die anderen Pferde "anzusaugen".
Die etwa zehnjährige Fuchsstute Maverick war zu Beginn extrem aggressiv. Sie wurde nie sozialisiert, hat sich also aus der Rangordnung größtenteils rausgehalten und stand immer abseits der Herde. Madeleine hat ganze Arbeit mit ihr geleistet, sie ist zwar nicht vertrauensseelig, aber von der ursprünglichen Aggressivität ist nichts mehr zu sehen. Ich hatte einige wahnsinnig tolle Momente mit ihr.
Und zuletzt noch der "Big Boss". Sein Name ist ursrpünglich gälisch und ich habe keine Ahnung, wie man ihn schreibt, aber gesprochen wird es "Iwai". 17 Jahre alt, Brauner und unangefochtener Alpha der Herde. Ein großartiger Lehrer, man kann sich sicher sein, dass man es sofort merkt, wenn man nicht dominant genug ist :D. Er hat mir auf jeden Fall viel beigebracht.

Ich habe in der Zeit so viel gelernt, dass es unmöglich ist, alles hier zusammen zu fassen. Ich habe mich weiterentwickelt, ich habe mich verändert. Ich habe viel über Pferde, Natural Horsemanship, mich selbst und über das Leben allgemein gelernt.
Es gab Höhen und Tiefen, schwere und leichte Momente, Zeiten des Höhenflugs und Abstürze. Aber am Ende bin ich mit dem Gefühl gegangen, etwas verdammt wertvolles gewonnen zu haben.

Ich werde sie alle vermissen. Die Katzenbabys, die ich am liebsten mit nach Hause genommen hätte (Wie mir auch mehrfach angeboten wurde :D). Die Katzen außerhalb des Hauses, die sich einfach immer wieder reingeschlichen haben und mich beim ausmisten begleitet haben. Madeleine und unsere abendlichen Gespräche. Madeleines Sohn, der ein fantastische Koch und herrlich sarkastisch ist. Die Pferde, die mir so viel beigebracht und so viele schöne Momente geschenkt haben. Die Abende, an denen ich im Bett lag und auf dem tragbaren DVD Player Parelli DVDs und Pferdefilme angeschaut habe. Die absolute Abgeschiedenheit von der Zivilisation, die einem tiefe Einblicke in einen selbst gewährt.
Ich werde all das vermissen, aber ich denke mir: It's better to be sad to leave then to be glad to leave.

Ich sitze gerade in Dublin im Hostel, hatte schon wieder ein sehr nettes Gespräch mit einem Franzosen, habe jemanden aus dem Hostel in Galway wieder getroffen und beginne, mich wieder an die Zivilisation zu gewöhnen. Und doch... und doch wird mir die Zeit der Abgeschiedenheit fehlen.

Auf dem Rückweg nach Dublin ist im Bus ein Lied gelaufen, und eine Zeile dieses Liedes hat mir etwas klar gemacht:
Ich lebe gerade die "gute alte Zeit". In zehn Jahren werde ich zurück schauen und mir denken "Wie schön war das Leben damals".
Und allein deswegen will ich das beste aus meiner Zeit hier machen. Wie heißt es so schön?
"The best thing about memories is making them"

 

Those will be the days that I'll be missing.

17.12.14 17:25, kommentieren

Deeply in love

Hach ja... Ich habe mich verliebt! Wer hätte gedacht, dass das so schnell gehen würde?

Offenherzig, sympathisch, mit wunderschönen Straßen...

Natürlich rede ich von Galway, was dachtet ihr denn?

Aber mal im Ernst: Ich fühle mich richtig wohl hier. Unglaublich, dass ich erst vor knapp einer Woche losgegangen bin, ich fühle mich schon richtig zuhause hier. Die Straßen Galways mit den hübschen Häusern, die die Stadt irgendwie in eine Puppenstadt verwandeln, der Weihnachtsmarkt mit den vielen kleinen Ständen, der so viel kleiner und ganz anders ist als der Christkindlesmarkt, aber gleichzeigit seinen ganz eigenen Charme hat. Die vielen Pubs, die zwar brechend voll sind, aber in denen man doch immer Spaß haben kann.

Die Straßenmusiker, die jede erdenkliche Musikrichtung spielen und sich auch von kalten Temperaturen nicht abschrecken lassen. Das Wetter, das bisher so gut mitgespielt hat (Ich hatte seit Dienstag nur 10 Minuten Nieselregen).

Das Hostel mit den wahnsinnig netten Leuten, wo ich statt zwei Nächten doch 6 Nächte geblieben bin.

Die Iren, die man hier trifft, welche immer ein Lächeln und ein freundliches "How are you?" für einen übrig haben. Im Ernst, die Einstellung der Menschen hier ist so anders als in Deutschland. Ich habe tatsächlich beobachtet, wie eine Polizistin zwei Männer mitgenommen und dabei mit ihnen rumgealbert und gelacht hat.

Das alles und noch viel mehr liebe ich an Galway. Und doch freue ich mich auch schon wahnsinnig darauf, morgen weiter zu fahren, nach Letterkenny.

Ich habe übrigens auch eine Tour zu den Cliffs of Moher gemacht. Die Landschaft war wunderschön, der Tourguide war lustig und hat ziemlich interessante Sachen erzählt, aber der Rest... Der Bus hält an einem wunderschönen Fleckchen Erde, einem Feenort.

"Ok guys, you have 10 minutes to take photos"

Und der gesamte Bus entleert sich an diesem schönen Fleckchen Erde, Touristen rennen rum, machen ein, zwei Fotos dass jeder weiß, dass sie mal da gewesen waren und rennen wieder zurück in den Bus um zur nächsten Station zu fahren.

Also meine Art des Reisens ist es nicht und es hat mich fast schon angewidert ein Teil davon zu sein.

Aber ansonsten hatte ich wirklich eine wunderschöne Zeit hier mit wahnsinnig netten Leuten von der ganzen Welt: Kroaten, Iren, Franzosen, Australier, Amerikaner, Deutsche. Alle haben das gleiche Ziel: Spaß haben und Irland genießen, am besten zusammen mit lauter Menschen, die man vorher noch nie gesehen hat.

Jetzt werde ich wohl nochmal über den Weihnachtsmarkt spazieren, auf die anderen warten, die heute zu den Cliffs of Moher gefahren sind und heute Abend nochmal mit Menschen aller Nationen die überfüllten und wunderbaren Pubs erobern.

30.11.14 19:12, kommentieren

Der Weg ist das Ziel...

... aber ich für meinen Teil bin ganz froh, endlich angekommen zu sein ^^

Die Reise war etwas chaotisch und ziemlich stressig. Angefangen hat es damit, dass ich in Frankfurt erst kurz vor Abfahrt gepeilt habe, dass mein Bus von der anderen Straßenseite fährt. Schnell rübergehastet, noch einen Sitzplatz gekrallt.

Gut, damit war dann die erste Minihürde überwunden. Im Flughafen ist alles nach Plan gelaufen, der Koffer war nicht zu schwer, das Handgepäck hat auch gepasst, ohne Probleme durch alle Kontrollen, hab mich dann hingesetzt um zu warten. Zwei Stunden noch bis zum Flug, kein Problem.

Zwei Studen später war das Gate aber immer noch nicht offen. Ein Blick aufs Handy, neue SMS: Tut uns sehr leid, aber ihr Flug geht statt um 13:30 um 15:00. "Ok", denk ich mir. Ist ja halb so wild.... Wenn mein Bus nicht um 15:45 vom Flughafen Dublin losfahren würde!
Aber gut, eine Stunde später fährt auch noch einer, ich hab mir ja keine Karte gekauft, alles easy. Der Flug verlief ereignislos (glaub ich zumindest, ich hab die meiste Zeit geschlafen).

In Dublin angekommen bin ich zur Gepäckabholung gehetzt, mein Koffer lag schon da. Koffer geschnappt, rausgegangen und oh verdammt! Meine Jacke, die ich über meine Tasche gehängt hatte war nicht mehr da. Und in der Jackentasche war mein Geldbeutel.

Also ist eine halb aufgelöste Eva quer durch den Dubliner Flughafen gerannt um jemanden zu finden, der ihr helfen  kann.
Was dann auch relativ schnell der Fall war. Jacke wiederbekommen, nochmal nach der Bushaltestelle gefragt und losgegangen.

Bus nach Galway: 25 min.
Ja cool, hab ja sogar noch Zeit mir was zu trinken zu kaufen. Nochmal in den Flughafen rein, nach 5 Minuten wieder raus.
Bus nach Galway: 25 min.
Hö? Naja gut, warte ich eben ein bisschen....
10 Minuten später warens dann nur noch 23 Minuten, allerdings auch schon seit 5 Minuten.
Nachdem ich mich dann leicht verzweifelt (musste ja schließlich rechtzeitig für den Check-In in Galway sein) umgeschaut habe, hab ich gesehen dass direkt hinter mir ein Express Bus nach Galway fährt.
Nach dem Preis gefragt, hat gepasst, eingestiegen und los gings.
Die Fahrt habe ich auch größtenteils verschlafen, schade dass es schon dunkel war und ich nichts von Irland gesehen hab..

Vom Busbahnhof zum Hostel war es dann nur ein Katzensprung. Nachdem ich von dem total netten Typen an der Rezeption in Empfang genommen wurde und mein Zeug aufs Zimmer gebracht habe, bin ich dann runter in die Küche gegangen, die gleichzeitig auch der Aufenthaltsraum ist.
Dort waren schon relativ viele Leute, mit denen ich auch gleich ins Gespräch gekommen bin.
Ein Franzose Ende 30, eine Deutsche Mite 30, ein Kroate um die 20 und eine Argentinierin die etwa so alt war wie ich. Es war eine wahnsinnig lustige Runde und ich hab mich total wohlgefühlt.
Heute werde ich wohl Galway ein wenig erkunden und wahrscheinlich bleibe ich zwei Nächte länger hier als geplant.
Denn wenn das Hostel nicht das schönste und sauberste ist, in dem ich je war, dann kommt es zumindest unter die Top 5.

26.11.14 11:02, kommentieren